Schmücken des Erntewagens

Wir treffen uns am Freitag, d. 2. Oktober 2020, 15:00 Uhr, an der Bockwindmühle in Dornum. Aufgrund der Pest dürfen wir kein Erntedankfest feiern,  aber wir können mit einem geschmückten Leiterwagen auf das Erntedankfest verweisen. Meene bringt den Leiterwagen mit. Gemeinsam werden wir den Leiterwagen dann schmücken und an der Mühle aufstellen.

Bitte den Mundschutz nicht vergessen.

 

 

Missernte an der Bockwindmühle in Dornum

Von den Vereinsmitgliedern des Mühlenvereins in Dornum wird an der Bockwindmühle ein Mühlenacker betrieben. Fiktiv wohnt ein Roggenmüller, so wurden die Betreiber der Mühle in Dornum zeitweilig benannt, mit seiner Familie im Müllerhaus und betreibt den Mühlenacker. Als Selbstversorger züchtet er auf diesem Feld sein Grünzeug und Getreide für den Eigenbedarf. Nun ist dieser Acker mit knapp 234 qm sicherlich von der Größe her für einen Selbstversorger zu klein, aber er lässt einen Einblick in die Möglichkeiten zu.

Im Herbst wurden Weizen und Roggen gesät, der über Winter auch gut angegangen ist. Es hat hier allerdings schon die ersten Ausfälle gegeben, denn die schwarzen dornumer Saatkrähen haben sich an der Saat gütlich getan. Bis zur Ernte ist das Korn gut herangewachsen, ein Starkregen hat dem Roggen sehr zugesetzt und ein Großteil der Pflanzen lag auf dem Boden.

Am Donnerstag wurde dann mit vereinten Kräften das Getreide mit der Sense gemäht, gebündelt und zu Hocken aufgestellt. In früheren Jahrzehnten war das Mähen die Arbeit der Männer, teilweise wurden sogar dafür Arbeiter eingestellt. Für das Aufnehmen, Binden und Aufstellen des Getreides wurden die weiblichen Mitglieder und Kinder eines Hofes zuständig. In alter Tradition haben die Vereinsmitglieder vorsichtig zuhause bei den Ehefrauen nachgefragt, sie müssen sich wohl alle eine Abfuhr eingeholt haben. Trotzdem haben sie sich selbst bemüht, die Ähren zu Binden. Dabei gab es eine herbe Enttäuschung. Sämtliche Ähren waren geplündert und enthielten wenn überhaupt nur noch ein paar Körner. Die Gartenvögel im Umkreis hatten das Kornfeld als wohlfeilen Futterplatz entdeckt und hatten sich ordentlich daran satt gefressen. Eigentlich ist das kein Problem und als Naturschützer haben die freiwilligen Müller sich darüber gefreut, aber im Sinne der Selbstversorgung war es eine Missernte. Eigentlich war geplant, dass die Müllerfamilie sich mit dem Korn einen Vorrat für dWinter zulegt, der Rest wurde als Saatgetreide benutzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein kleiner Trost mag sein, dass das Gemüse auf dem Mühlenacker sehr gut gewachsen ist. Angepflanzt waren Buschbohnen und Stangenbohnen, die sehr gute Erträge gebracht haben. Auch die Schmelzkohlrabi waren sehr groß und lecker und dabei nicht holzig. Rote Beete wachsen derzeit noch und die Kartoffeln warten auf ihre Ernte. Günter Buss verfügt seit Jahren über eine rote Kartoffel, die er durch Saatkartoffeln immer wieder vermehrt. Diese Kartoffel hat einen wunderschönen gelb fleischigen Körper und schmeckt vorzüglich.

 

Volker Karkutsch hat mit dem großen hölzernen Rechen das Feld abgehakt. Anschließend wird es für die nächste Einsaat vorbereitet und Meene Schmidt wird das entsprechende Saatgut zur Verfügung stellen, damit hat er der Müllerfamilie die Sorge um die Einsaat abgenommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Redaktion und Bilder

Michael Röthling